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Pfordter See bei Schlitz: Baden, Surfen, Angeln – was der Baggersee in der Fuldaaue wirklich kann
DeutschlandMagazin

Pfordter See bei Schlitz: Baden, Surfen, Angeln – was der Baggersee in der Fuldaaue wirklich kann

by Rene Reinsch 1. Juni 2026
1. Juni 2026

Kurzzusammenfassung

  • Der Pfordter See bei Schlitz ist ein ehemaliger Kiesgrubensee von 11,4 Hektar in der Fuldaaue – entstanden beim Bau der A7 in den 1960er Jahren, heute eines der beliebtesten Ausflugsziele Mittelhessens.
  • Die Badesaison 2025 läuft vom 19. Juni bis 7. September; der Eintritt ist kostenlos, Parken ebenfalls – dafür gelten klare Regeln, deren Nichteinhaltung aktiv kontrolliert wird.
  • Wer Baden, Windsurfen, Stand-up-Paddling und Angeln an einem Ort sucht, ohne dafür Parkgebühren oder Eintrittspreise zu zahlen, findet hier eine der wenigen wirklich kostenlosen Freizeitadressen im Vogelsberg.

 

Was ist der Pfordter See – und wie ist er entstanden?

Nicht jeder Badesee hat eine Entstehungsgeschichte, die mit einem Autobahngroßprojekt beginnt. Der Pfordter See schon. Als in den 1960er Jahren die A7 durch die Landkreise Bad Hersfeld und Fulda gebaut wurde, brauchten die Bauherren enorme Mengen Kies, Sand und Splitt. Die Fuldaauen im Schlitzer Stadtteil Pfordt erwiesen sich als ergiebig: Zwischen 1962 und 1968 wurden rund 1,8 Millionen Tonnen Baumaterial ausgehoben – zurück blieb eine fast 14 Hektar große Grube.

Nach Bauende 1968 legte die Stadt Schlitz den heutigen See an, der seither vom Grundwasser und der benachbarten Fulda gespeist wird. Das erklärt auch, warum der Pfordter See selbst in trockenen Sommern verlässlich Wasser führt – Grundwasserspeisung macht ihn stabiler als oberflächengespeiste Seen.

Heute misst die Wasserfläche 11,4 Hektar, die maximale Tiefe liegt bei 12 Metern, die mittlere Tiefe bei 4,6 Metern. Das Ufer wechselt zwischen flachen, familienfreundlichen Zonen und steil abfallenden Uferkanten – beides ist vor Ort ausgeschildert.

 

Baden, SUP, Surfen, Angeln: Welche Aktivitäten sind erlaubt?

Das Angebot am Pfordter See ist für einen kommunalen Baggersee bemerkenswert breit. Innerhalb der offiziellen Badesaison – 2025 vom 19. Juni bis 7. September – ist Schwimmen auf eigene Gefahr gestattet. Eine bezahlte Badeaufsicht gibt es seit 2024 nicht mehr; stattdessen wurde eine neue Bade- und Parkplatzordnung eingeführt, die das Baden ohne permanente Aufsicht ermöglicht.

Windsurfen ist im Südteil des Sees erlaubt, Stand-up-Paddling und kleine Kanus ebenfalls. Motorboote und Wasserski sind dagegen nicht gestattet. Wer angeln möchte, findet mit dem lokalen Angelverein einen gepflegten Bestand – Regenbogenforellen, Hecht, Karpfen, Zander, Wels und Aal sind im See vertreten.

Ein Detail, das für Familien mit kleinen Kindern relevant ist: An vielen Stellen geht es flach ins Wasser, was den See für Kinder gut geeignet macht. Die steil abfallenden Bereiche sind durch Hinweistafeln markiert.

 

Was Besucher wissen müssen: Fahnenregelung, Parken, Hunde, Saison

Die wichtigste Regel am Pfordter See ist die Fahnenregelung: Grüne Fahne bedeutet, dass das Baden freigegeben ist. Rote Fahne bedeutet Badeverbot – egal wie verlockend das Wasser aussieht. Wer die Flagge ignoriert, nimmt ein echtes gesundheitliches Risiko in Kauf, denn der See weist laut Messungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zeitweise erhöhte Nährstoffwerte und entsprechende Algenentwicklung auf.

Parken ist ausschließlich auf dem ausgewiesenen Parkplatz an der Westseite erlaubt – kostenlos, aber begrenzt. Parken am Straßenrand entlang der Zufahrtsstraßen ist verboten und wird laut Stadtverwaltung Schlitz regelmäßig kontrolliert. Liegewiese und Parkplatz müssen spätestens um 21:00 Uhr verlassen werden.

Übernachten, Campen, Zelten und Lagern sind aus Naturschutzgründen ausdrücklich untersagt – ebenso Grillen und offenes Feuer. Hunde sind an der Leine erlaubt. Umkleiden und WC stehen vor Ort zur Verfügung, ein Bistro ist in der Nähe vorhanden.

 

Lohnt sich der Ausflug – und womit lässt er sich kombinieren?

Für einen kostenfreien Badesee mit echter Infrastruktur – Parkplatz, Umkleiden, Liegewiese, Wassersport – ist der Pfordter See in der Region schwer zu schlagen. Der Eintritt ist frei, das Parken kostenlos, die Lage naturnah ohne Rummelplatz-Atmosphäre.

Zwei Kombinationen bieten sich an: Der Fulda-Radweg R1 führt direkt am See entlang, sodass ein Badetag problemlos in eine Radtour zwischen Schlitz und Fulda eingebettet werden kann. Wer mit dem Auto anreist, hat außerdem die Burgenstadt Schlitz selbst im Rücken – mit gleich fünf mittelalterlichen Türmen und einem Ortsbild, das einen Abstecher nach dem Baden rechtfertigt.

Klare Einschränkung: Ohne grüne Fahne ist der See an schlechten Tagen schlicht gesperrt. Wer eine lange Anreise plant, sollte vorab einen Blick auf die aktuelle Badewasserqualität werfen – das HLNUG veröffentlicht regelmäßige Messwerte online.

 

Häufige Fragen

Ist der Pfordter See kostenlos? Ja – weder Eintritt noch Parkgebühren fallen an. Der Parkplatz auf der Westseite des Sees steht kostenlos zur Verfügung. Zelten, Campen und Übernachten sind jedoch verboten und werden kontrolliert.

Wann hat der Pfordter See Badesaison? Die offizielle Badesaison 2025 läuft vom 19. Juni bis zum 7. September. Außerhalb dieser Zeit ist das Baden nicht gestattet. Innerhalb der Saison gilt: Baden ist nur erlaubt, wenn die grüne Fahne am See gehisst ist.

Kann man am Pfordter See surfen oder angeln? Windsurfen ist im Südteil des Sees erlaubt, außerdem SUP und kleine Kanus. Angeln ist ebenfalls möglich – der See wird vom örtlichen Angelverein mit Fischen besetzt, darunter Hecht, Karpfen, Zander und Regenbogenforelle. Motorboote sind nicht gestattet.

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